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22.12.2016

Volkskrankheit Arthrose: Neues Frankfurter Forschungszentrum sucht bessere Wege der Therapie

Das Orthopädische Universitätsklinikum Friedrichsheim geht mit der engen Verzahnung von Wissenschafts- und Klinikbetrieb neue Wege in der Arthrose-Forschung.

Frankfurt - Fünf Millionen Deutsche sind Tag für Tag von Arthrose-Beschwerden betroffen. Weitere 15 Millionen haben zeitweilig Beschwerden. Die Überalterung der Gesellschaft und die steigende Lebenserwartung werden die Zahlen der Arthrose-Patienten in Zukunft weiter ansteigen lassen. Wie kann man Arthrose verhindern, rechtzeitig und richtig behandeln? Die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt geht dazu jetzt einen neuen Weg: mit einem direkt an die Klinik angegliederten Forschungsbereich. Dort sollen in den nächsten sieben Jahren ganz nah am Patienten und am Klinikbetrieb unter anderem neue Therapien gegen Arthrose entwickelt werden. "Diese Nähe von Forschung und Klinikbetrieb ist in Deutschland im Bereich der Arthrose-Forschung bisher einmalig", sagt Professor Frank Zaucke, Leiter des Projekts.

Das Forschungslabor befindet sich unter dem Dach der Klinik. Durch kurze Wege zwischen Forschung und Klinikbetrieb können auch die behandelnden Ärzte ihre Erfahrung in die Forschungsarbeiten einfließen lassen. Derzeit wird das Forschungslabor aufgebaut. Die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung unterstützt das Projekt in den nächsten sieben Jahren mit insgesamt 4,2 Millionen Euro Fördergeldern. Klinikdirektorin Frau Prof. Dr. Meurer erhofft sich durch diese Initiative eine frühere Diagnose, eine effizientere Behandlung und dadurch eine signifikante Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung.

Forschungsschwerpunkte sind laut Professor Zaucke:
- Neue Wege zur früheren Diagnose der Arthrose
- Bessere Erforschung von Auslösern und der Entwicklung der Arthrose
- Die Entwicklung neuer Therapien, basierend auf neuen Erkenntnissen aus der
  Molekularforschung und dem Zusammenspiel verschiedener Zelltypen
- Die Entwicklung von Biomaterialien, mit denen sich zerstörtes Gewebe
  ersetzen lässt bzw. die die Regeneration von körpereigener Knochen- und
  Knorpelsubstanz unterstützt

Die Wissenschaftler können künftig bei ihrer Arbeit auch auf Patientenproben, zum Beispiel auf das beim Einsatz von Gelenkprothesen anfallende Knochengewebe, zurückgreifen. Ihnen steht auch die technische Infrastruktur des Klinikums Friedrichsheim zur Verfügung, das heute zu den führenden Therapiezentren im Bereich des Gelenkersatzes gehört.

Die Förderung dieser Initiative läuft seit Juli 2016 und nach einer Vielzahl von infrastrukturellen Maßnahmen und der Rekrutierung von Wissenschaftlern wird das neue Arthrose-Forschungslabor im Orthopädischen Klinikum Friedrichsheim Anfang 2017 seine Arbeit aufnehmen.

Foto: Fotolia


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